Archiv der Kategorie 'Beiträge zu Religion und Spiritualität'

Akzentsetzungen – Kunst und Sakralräume

Wenn eine Veranstaltung im Titel den Begriff Frömmigkeit trägt, dann sind Missverständnisse naheliegend. Selbst dann, wenn die ganze Überschrift „Akzentsetzungen zur Wahrnehmung von Geschichte, Kunst und Frömmigkeit“ lautet. Dies aber war der Titel eines Vortrages von Dr. Jürgen Lenssen im März 2017 in Miltenberg. Die möglichen Missverständnisse konnten dabei sicherlich aufgeklärt werden.

Den Würzburger Domkapitular, Kunsthistoriker, Künstler und weithin bekannten Kirchen-Gestalter verbindet viel mit der Stadt am Untermain. Hier hat er nicht nur – zusammen mit dem damaligen Stadtpfarrer Ulrich Boom – die Kirche St. Jakobus der Ältere renovieren können, hier befindet sich auch der Großteil seiner Kunstsammlung, die die Basis des Museum.Burg.Miltenberg bildet. Auch hier bewies er überaus großes Geschick bei der Erstellung und Umsetzung dieses in seiner Art sicher einmaligen Ausstellungskonzeptes. Dass dann nur rund 30 Interessierte seinem Vortrag lauschten, mag wieder einmal als Beweis gelten, wie wenig die Miltenberger und Miltenbergerinnen begriffen haben, was ihnen da auf der Burg geschenkt wurde.

Im Folgenden werden die Ausführungen, die Dr. Lenssen bei seinem Vortrag in Miltenberg machte, zusammengefasst. Es bleibt dabei nicht aus, dass auch eigene Interpretationen des von Dr. Lenssen Gesagten einfließen können, wenngleich ich mich bemühen werde, die Gedanken des Domkapitulars korrekt wiederzugeben. Dies verlangt schon meine große Anerkennung ihm gegenüber. Mögliche Ergänzungen können gerne als Kommentare angefügt werden.
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Sünde als ein Dasein, geprägt von der inneren Gottesferne

Aufgrund der Beschäftigung mit dem Thema „Gewalt und Kunst“ im letzten Jahr regte Dr. Christina Glaser-Kissenberth, Mitglied der Initiative 12M26, an, ein Referat zu halten zum Thema „Gott und das Böse, oder: Wie ist die Existenz des Bösen in der Welt vereinbar mit der Idee des gütigen, barmherzigen Gottes im Christentum?“

Anhand mehrerer Thesen, die lebendig diskutiert wurden, wurde u.a. der für das Thema unverzichtbaren theologischen Begriff „Sünde“ genannt. „Sünde“ erscheine als ein Dasein, geprägt von der inneren Gottesferne, welche dazu führe, dass der Mensch nicht „gut“ sein kann, weil und solange er von Gott getrennt ist. Das Dasein im Modus des Mangels Gottes sei gekennzeichnet als ein innerlich zerrissenes Dasein, der Unerträglichkeit an sich selber und der eigenen Freiheit, welches wie zwangsläufig selbstzerstörerisch alle möglichen Formen des Bösen setzen müsse.
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