Archiv der Kategorie 'Beiträge zu Malerei und Skulptur'

Ist das Kunst? Ja, aber alles andere als gute

Man stelle sich mal vor: Die Bewohnerinnen und Bewohner einer Stadt werden von den umliegenden Ortschaften verhöhnt. Wie zum Beispiel die Miltenberger als „Staffelbrunser“. Weil, wie die historisch bestreitbare Behauptung es will, die Bürgerinnen und Bürger der Kreisstadt weit überdurchschnittlich oft von den Stufen (= Staffeln) vor den Häusern – oder auch an diese, wie eine andere Lesart behauptet – uriniert haben sollen. Nun würde in jeder einigermaßen als intelligent gelten wollenden Stadt so etwas mit dem Blick der Verachtung gestraft werden. Man würde sich ganz einfach nicht zu diesem Dünnpfiff der Nachbarn äußern. Nicht so in Miltenberg am Main. Hier ist der gemeine Mann und die ebenso gemeine Frau sogar stolz auf diesen urinösen Namen, der ihnen einst zum Zwecke des höhnischen Spotts verliehen worden war. Nicht nur das: Sie nehmen echtes Geld in die Hand und lassen sich ein Staffelbrunser-Denkmal setzen: Drei Jungs, die in hohem Bogen urinieren. Das Ganze als Brunnen in Bronze gegossen. (mehr…)

Zur „Vision der Jungfrau Maria“

Dr. Christina Glaser-Kissenberth ist Lehrerin für asiatische Bewegungskunst und Theologin sowie Mitglied der Initiative 12M26. Zur Debatte um das Bild „Die Vision der Jungfrau Maria“ (s. oben) hat sie sich mit einem Leserbrief zu Wort gemeldet, der hier nicht unzitiert beleiben darf:

Überflüssiger Aufreger

Wenn Kadow behauptet, er habe mit seinem Bild nicht provozieren wollen, klingt das für mich kaum glaubwürdig. Ursprünglich hatte er sein umstrittenes Bild sogar »Die Vision der Jungfrau Maria vom Kreuz« betitelt. Zwar heißt es, es handele sich nicht um die »heilige« Jungfrau Maria, doch das scheinen mir nur sekundäre Beschwichtigungen zu sein. (mehr…)