Archiv für Oktober 2016

Der Sarg ist leer

Neuer Beitrag in unserem Virtuellen Museum der Leere

Beuys-Abend

Neun Mitglieder von 12M26 und zwei Gäste trafen sich gestern in angenehm privater Atmosphäre zu einem Abend, der Seminarcharakter hatte und ganz Joseph Beuys gewidmet war. Seine Verletzlichkeit, die wohl gerade Ausgangspunkt seiner Kunst war, das Nachwirken seiner Kindheit und der Kriegserlebnisse (wobei klar ist, dass die Erzählung von den Krim-Nomaden bereits Teil des Gesamtkunstwerkes Beuys ist), die Feinfühligkeit und überbordende Kreativität, das Denken in gesellschaftliche Kategorien … aber auch kritische Anmerkungen zu seinem verkürzten Kapitalismusbegriff, zu seiner Belehrung der USA in der Coyote -Aktion (er als Mitglied der Nazi-Wehrmacht), zu seinen unpassenden Vergleichen alles Schlechten mit Auschwitz (bei gleichzeitiger höchster Sensibilität zu diesem Thema – sie seine Vitrine Auschwitz-Demonstration) … kurzum: das Leben und Wirken eines der ganz Großen in der Kunst der 20. Jahrhunderts – der selbstverständlich seine Widersprüche hatte – stand im Raum, wurde anhand von Originaldokumenten etc. erfahrbar und konnte gemeinsam besprochen werden.

Eine kleine Veranstaltung. Aber eine auf großem Niveau. Genau so hatten wir das auch immer gedacht, genau so sollen die Aktivitäten von 12M26 auch sein.

„Von, mit und durch dem Kunst“

Dem Kunstraum in Churfranken gebührt Dank; er hatte die Kosten der Führung am gestrigen Sonntag durch die Ausstellung der Moderen im Städelmuseum in Frankfurt übernommen. So blieb uns nur der Eintrittspreis. Unter den 22 Teilnehmenden waren auch sechs Mitglieder von 12M26, die sich bereichert und auf wohltuende Weise anspruchsvoll unterhalten fühlten. Schon die Anreise mit der Bahn (oben links) war meist kurzweilig; es gab – hört, hört – keine Verspätungen.
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