Ausstellung Fritz Schaefler im Kirchner-Haus

Wir hatten mit wenigen Teilnehmenden gerechnet, waren dann aber erfreut, dass zehn Menschen Interesse hatten, gemeinsam zur Ausstellung der expressionistischen Werke von Fritz Schaefler nach Aschaffenburg zu fahren. Im Kirchner-Haus führte uns Anne Hundhausen höchst informierend und begeisternd durch die Sammlung von Gemälden, Holzschnitten, Zeichnungen etc. Sie verglich das Werk des in Eschau (Kreis Miltenberg) geborenen Schaefler mit dem des in Aschaffenburg zur Welt gekommenen Ernst Ludwig Kirchner, wobei Letzterer insoweit besser abschnitt, als er kompromissloser, radikaler in seiner Kunst war.

Anschließend ging es noch in den Schlappeseppel zur Nachbesprechung der Ausstellung. Auch die Rückfahrt mit der Westfrankenbahn diente der Diskussion über das Gesehene, das Erlebte.

Gramsci, Hegemonie, Staat und Zivilgesellschaft


Antonio Gramsci (um 1920)

Bildungsangebote sind ein Inhalt unserer Initiative. Selbstverständlich können wir selbst nicht alles anbieten, was wir für wichtig halten. So greifen wir gerne auf die interessanten Angebote anderer zurück. So zum Beiepiel auf das Gramsci-Seminar der IL Aschaffenburg. Drei von uns nahmen teil. Und bereuten es nicht. Denn Benjamin Opratko aus Wien erwies sich als herausragend gut informierter Referent, die Gruppenarbeit war intensiv, die Stimmung sehr gut – sechs Stunden Seminar, die Lust auf mehr machten. Danke auch an die netten Leute vom STERN für die Räumlichkeit.

Gerne bringen wir künftig rechtzeitig Tipps zu derartigen Veranstaltungen.

Einige Beiträge seien hier noch verlinkt als Appetitanreger zum herausragenden Denker Gramsci und seinen Erkenntnissen:
Antonio Gramsci
Artikel von Benjamin Opratko
Gramsci und die Politik des Kulturellen von W. F. Haug
Mit Gramsci gegen Rechts
Zitate etc.
Literaturhinweise

Museum.Burg.Miltenberg – und einige andere Termine 2018


Jutta Winterheld: Christuskopf (1996), hängt im Franziskushaus Miltenberg

Nun stehen sie fest, die Sonderausstellungen im Museum.Burg.Miltenberg: Ab dem 6. April bis zum 1. Juli zeigt Udo Kaller unter dem Titel Die weiße Schale seine Werke. Mit dem 27. Juli beginnt dann die Ausstellung von Ben Willikens (bis zum 1. November).

Wenn wir schon bei Terminen sind, dann noch zwei der Miltenberger Künstlerin Jutta Winterheld (ein älteres Werk von ihr haben wir oben abgebildet): Am 2. Juni eröffnet sie ihre Einzelausstellung mit abstrakter Malerei in der Remisengalerie Hanau und am 23. Juni – zusammen mit Burghard Müller-Dannhausen – in der Galerie Abteigasse 1 in Amorbach.

Ausstellung UNGREIFBAR – Aschaffenburger Künstlerinnen und Künstler

UNGREIFBAR – diese Ausstellung Aschaffenburger Künstlerinnen und Künstler in der Kunsthalle Jesuitenkirche ging am gestrigen Sonntag zu Ende. Um 11 Uhr war noch einmal eine Führung angesetzt mit Künstlergespräch. Aus diesem wurden dann drei Gespräche: mit Johannes Vetter, Edeltraud Klement und René Fugger. Mittendrin 13 Menschen, die als Gruppe auf Einladung von 12M26 gekommen waren. Auf der Hin- und Rückfahrt sowie beim anschließenden Mittagessen im Schlappeseppel kam es zu sehr guten Gesprächen, zum (besseren) Kennenlernen – und was bei solchen Gelegenheiten noch wichtig ist.

Wird dieser Ausstellungsbesuch einen Nachklang finden in der nächsten Zeit? Sicher. Denn die Frage nach der gesellschaftlichen Relevanz von Kunst, die uns derzeit sehr beschäftigt, tauchte auch hier wieder massiv auf. Und die auf Einladung von 12M26 angereisten Kunstschaffenden – von den 13 Menschen, die dem Aufruf von 12M26 folgten, sind acht selbst künstlerisch tätig – werden sicherlich die eine oder andere Anregung bzw. Herausforderung mitgenommen haben: wie man es machen kann, nicht machen sollte, über was zu reden oder über was zu schweigen sein wird.

Auf den Spuren von Matisse und Bonnard

Eine beachtliche Ausstellung über eine große Künstlerfreundschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Matisse und Bonnard im Städel in Frankfurt. Und 12M26 fährt hin (28. Dezember 2017), acht Kunstinteressierte beteiligen sich. Danke an Donna für die gute Mitorganisation.

Solche Exkursionen sind nicht der große Knaller, das Massenevent oder der Hit für Millionen. Schließlich wird weder Germans next Topdödel gesucht, noch frisst jemand ein komplettes Motorrad auf und singt dabei die Nationalhymne von Legoland – oder was der perversen Pseudowichtigkeiten mehr sind. Eine Kunst-Exkursion ist dagegen dieses: Möglichkeit zum (besser) Kennenlernen, zur Debatte über das Gesehen direkt vor Ort, zur Auseinandersetzung mit Kunst – und das nicht alleine im stillen Kämmerlein, sondern gemeinsam statt einsam.

Gegessen haben wir übrigens im mongolischen Restaurant. Der Kellner kam aus Ungarn. International eben.

Zum Jahresende: Treffen im RIESEN

Am 12. Dezember im RIESEN zu Miltenberg: Einige nette Menschen aus der Gruppe FarbMagie treffen sich zum adventlichen Beisammensein (oder einfach, um sich vor Jahresende nochmal zu sehen). Mit dabei: Vier nette Menschen aus der Initiative 12M26 (darunter der zweiköpfige „ständige Ausschuss“ – oder so – halt Fred K und Mapec).

Ab nach Kassel! – 12M26 schickt Beobachter zur Documenta

Eigentlich sollten wir dabei ja zu dritt sein, aber OK. liegt im Krankenhaus (an dieser Stelle die allerfeinsten Grüße an ihn!) und Mapec ist auch nicht fit. Daher ging Fred K (Fotocollage: oben links) ganz alleine als Beobachter von 12M26 nach Kassel zur Documenta und schlägt sich nun drei Tage durch den Dschungel der neuen Kunst. Zum Andrang am Fridericianum meint er: „Sicherheit macht Angst!“(unten links). Das bezieht sich wohl auf die Einlasskontrollen. Wir sehen: Auch die Kunst ist nie frei von den Entwicklungen in der Gesellschaft. Wenn das die Künstlerinnen und Künstler hur immer akzeptieren und danach handeln würden …

Museum MUTTER

Neun nette Menschen aus der Initiative 12M26 und Umkreis waren zusammen gekommen, um sich die Kunst im Museum „mutter“ (Sammlung Berger) in Amorbach anzusehen.

Anschließend kam es – ungeplant – zu einem Besuch bei einer Kunstaktion von Adorno-Stipendiatinnen und Anna Tretter (Vorsitzende der FIA) in direkter Näher zum Muttermuseum (siehe die beiden Fotos unten in der Fotocollage).

Was unserer Gesellschaft heute fehlt, ist Ruhe!

Uns wurde ein Leserbrief an den Boten vom Untermain / Main-Echo zur Zweitverwertung zur Verfügung gestellt. Abgedruckt wurde der Leserbrief einer Miltenberger Bürgerin aus dem Schwarzviertel erst am 12.07.17, obwohl er sich auf einen anderen Leserbrief vom 03.07.17 bezog, an den sich sicherlich nach neun Tagen kaum noch jemand erinnern konnte.

Zum Leserbrief „Offenbar jahrelange Versäumnisse“ in der Ausgabe vom 03.07.17

Sehr geehrte Redaktion,

im Leserbrief „Offenbar jahrelange Versäumnisse“ wird eine „Neugestaltung des Mainvorlandes in Miltenberg“ gefordert. Tatsache ist aber, dass die Bewohnerinnen und Bewohner des ältesten Stadtteils von Miltenberg schon heute in unerhörter Weise belastet sind, eine weitere „Aufwertung“ des Mainufers also nicht mehr sein kann als eine Androhung neuer Belästigungen.

Wir sind nach wie vor tausenden von Fahrzeugen ausgesetzt, die durch die Mainstraße fahren. Das Mainfest und jetzt auch noch das Streetfood-Festival im August werden auf unseren Nerven ausgetragen. Die Musik bei solchen „Events“ läuft bis ein Uhr in der Früh. Auch die Gastronomie im Stadtteil ist unweigerlich mit Lautstärke verbunden. Und die Schiffe auf de Main stellen eine zusätzliche Lärmquelle dar. Der Krach, den junge Leute am neu gestalteten und sehr einladenden Mainufer täglich veranstalten, geht in der warmen Jahreszeit bis vier Uhr oder länger. Das im Sommer nötige Lüften der Wohnungen zur Nachtzeit ist aus all diesen Gründen fast unmöglich, denn wer will schon mit der frischen Luft den Krach in die Wohnung lassen.
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Ist das Kunst? Ja, aber alles andere als gute

Man stelle sich mal vor: Die Bewohnerinnen und Bewohner einer Stadt werden von den umliegenden Ortschaften verhöhnt. Wie zum Beispiel die Miltenberger als „Staffelbrunser“. Weil, wie die historisch bestreitbare Behauptung es will, die Bürgerinnen und Bürger der Kreisstadt weit überdurchschnittlich oft von den Stufen (= Staffeln) vor den Häusern – oder auch an diese, wie eine andere Lesart behauptet – uriniert haben sollen. Nun würde in jeder einigermaßen als intelligent gelten wollenden Stadt so etwas mit dem Blick der Verachtung gestraft werden. Man würde sich ganz einfach nicht zu diesem Dünnpfiff der Nachbarn äußern. Nicht so in Miltenberg am Main. Hier ist der gemeine Mann und die ebenso gemeine Frau sogar stolz auf diesen urinösen Namen, der ihnen einst zum Zwecke des höhnischen Spotts verliehen worden war. Nicht nur das: Sie nehmen echtes Geld in die Hand und lassen sich ein Staffelbrunser-Denkmal setzen: Drei Jungs, die in hohem Bogen urinieren. Das Ganze als Brunnen in Bronze gegossen. (mehr…)